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Mein Text 1

Hier nun, wie schon angekündigt, mein selbstverfasster Text... Viel Spaß beim Lesen....

 

 

Der Mensch hat nicht das Recht, über Tiere zu urteilen. Sie stammen aus einer anderen Welt, die älter und vollständiger war als unsere jetzt, ihre Erscheinung ist besser und vollständiger, sie haben Eigenschaften, die wir verloren oder nie erreicht haben..........Sie sind keine Untertanen: sie gehören einer anderen Nation an – und sind nur durch Zufall mit uns zugleich ins Netz der Zeit gefallen, die wir Glanz und Plage zugleich für die Erde sind“     Henry Beston
 
 Dieses Zitat Bestons hat mich nachdenklich gestimmt und mich vielleicht auch letztendlich dazu bewegt, diesen Text zu schreiben.
Einen Text, der sich mit Pferden beschäftigt, die uns, auch wenn die Industrialisierung ihnen weitgehend ihre ursprünglichen Arbeitsplätze genommen hat, was sicherlich nicht als negativ zu bewerten ist, auch heute noch begleiten.
Sie sind keine Rarität in unserer Gesellschaft, sondern ein fester Bestandteil selbiger und sie sollten auch als ein solcher angesehen und geachtet werden.
Doch wie soll so etwas aussehen? Soll jeder Mensch, der mit Pferden zu tun hat für sich entscheiden, was für ein Verhalten gegenüber einem Pferd angebracht ist, oder nicht?
Es wird sich wohl jeder im Klaren darüber sein, dass so etwas nicht funktionieren könnte.
Aber tun wir nicht grade das? Es soll sich mal jeder, der Umgang mit Pferden hat überlegen, wie er auf Kritik reagiert: Empörung! Schlichte Empörung darüber, dass jemand es wagt, seine Qualifikation auf diesem Gebiet anzuzweifeln.
So schrieb es schon die Buersche Zeitung in einem Artikel zu den in der Pferdezeitschrift „St. Georg“ dargebrachten Vorwürfen in Beziehung auf die falsche Reitweise von Pferden bezüglich der so genannten „Rollkur“.
Tatsache ist, dass sich so gut wie niemand etwas sagen lässt, sondern für sich das absolute Wissen um die Pferde und den Reitsport beansprucht.
Das so etwas zu einer gewissen Problematik führt, ist wohl nicht abzustreiten:
Man überlege sich an einem Reitstall mit über 50 Einstallern, wo jeder meint immer das Richtige in Bezug auf sein Pferd zu tun, eine angemessene Kritik zu äußern.
Wenn man denn schon mal erhört werden würde, so würde man sich zugleich Feinde machen, denn das Motto lautet:
Was ich tue, ist richtig und gut für mein Pferd!
Wie sollte man es sich denn sonst erklären, wenn ein Mädchen um die vierzehn auf einem bis zur hohen Dressur korrekt (!) ausgebildetem Pferd seine Runden dreht und in dem festen Glauben, trotz fehlenden Könnens, ist, die zweite Ulla Salzgeber zu sein?!
Man könnte diesen Aspekt noch weiterführen und ihn auf Erwachsene ausdehnen, die ein Pferd auf Schlaufzügeln zusammenziehen und im selben Zustand springen. Der Schlaufzügel, ursprünglich als ein Hilfsmittel eingebracht, fördert die oben angeführte „Rollkur“, einen für das Pferd schmerzlichen Prozess, bei dem die Halswirbel unnatürlich überdehnt und die Nase des Pferdes auf dessen Brust gezogen wird.
Mit einem zu diesem Zustand gebrachtem Pferd zu springen ist schlicht gesagt Wahnsinn, denn das Pferd ist nicht in der Lage sich über dem Sprung zu strecken und sich mit dem Hals auszubalancieren.
Eine Reaktion darauf, bestehend aus konstruktiver Kritik, ruhig und freundlich dargebracht, wird sanktioniert und zwar mit der Wut des Reiters und zumeist seiner „Freunde“, die sich natürlich bedingungslos hinter eine solche Person stellen – schließlich reiten sie ebenso und denken sich nichts weiter dabei.
Denn: Das Pferd sagt ja nichts!
Natürlich sagt das Pferd nicht ausdrücklich, dass ihm solche Prozeduren unendlich weh tun. Aber es wird sich zu Beginn (und in einigen Fällen auch darüber hinaus) gegen einen wie oben beschriebenen Fall wehren. Die Reaktion von Seiten des Reiters folgt in Form von Sporengestocher und Schlägen mit der Gerte, rucken am Zügel und primitivem Gebrüll.
Warum sagt nun kaum einer was? Weil es nichts bringt. Warum aber greift der Reitlehrer oder eine Person bei der reiterliches Wissen anerkannt ist nicht ein?
Geld. Das gute alte Geld, was die Menschen geradezu magisch verzaubert und ihnen Dinge entlockt oder eben nicht, wie es vom Geldgeber beabsichtigt ist.
So wird ein Reitlehrer, der sich im Bewusstsein seines Gehaltes ist, wohl weniger mit angebrachter Kritik zu solch reiterlichem Verhalten äußern und weiterhin, wie oben in einem speziellem Fall beschrieben, die Worte in den Mund nehmen, die gefallen und einem Menschen ohne Wissen um Pferde und ohne reiterliches Talent, eine aussichtsreiche Zukunft im Sattel projizieren.
Finden Sie das nicht auch fraglich? Ich schon!
Der Fairness halber muss man an dieser Stelle sagen, dass zumeist die Reitlehrer, die im Schulunterricht ihr Wissen, oder auch Nichtwissen, zu vermitteln versuchen, dem oben genannten Schema wohl weniger Verfallen. Dies aus sehr logischen Gründen.
Wobei ich am nächsten Punkt angelangt wäre: Schulunterricht!
Prinzipiell halte ich den Unterricht für Einsteiger oder auch Fortgeschrittene auf Schulpferden für sinnvoll. Zumal man bedenken muss, dass die dort reitenden Anfänger nicht sofort ihr eigens Pferd haben, das ihrem Unwissen zum Opfer fallen würde.
Allerdings scheint vielen Reitstallbesitzern nicht klar zu sein, dass auch Schulpferde Pferde sind. Gemäß dem vierten Punkt der von der FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung) erarbeiteten ethischen Grundsätze heißt es nämlich: Der Mensch hat jedes Pferd gleich zu achten, unabhängig von dessen Rasse, Alter und Geschlecht sowie Einsatz in Zucht, Freizeit oder Sport.
Schaut man nun in einzelne Schulställe, Ausnahmen sind sicherlich gegeben, fällt auf, dass dieser bezeichneten Gleichheit aller Pferde nicht Folge geleistet wird:
Schulpferde stehen zumeist in zu kleinen Boxen, erhalten nicht das für ihre geleistete Arbeit ausreichende Futter, sind oft nicht ausreichend tierärztlich versorgt, laufen zu oft in Schulstunden, haben ein unzureichendes oder nicht ordnungsgemäßes Equipment und werden, wenn sie ihre Pflicht (darf man das eigentlich so nennen?) getan haben einfach entsorgt.

Dies trifft selbstverständlich nicht auf alle Schulpferde und nicht nur auf Schulpferde zu. Auch das Privatpferd wird nur allzu oft als ein Gegenstand, als eine Sache und nicht als ein Lebewesen angesehen.

11.10.06 12:16
 


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