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Mein Text 2

 

 

Und sagt oder gar tut nun jemand etwas dagegen? Nein, weil, wie oben schon mal gesagt, „Es bringt ja nichts!“.

 

Die Äußerung: „Es ist nicht mein Pferd, also was soll ich da schon machen!“ ist meiner Meinung nach unzulässig!

 

Würde es um einen Menschen gehen, der hart schuften muss, gequält wird und zu wenig zu essen bekommt, wäre die Hölle los. Aber sobald es um ein Tier geht, fällt bei den meisten Menschen der Vorhang der Gleichgültigkeit.

 

 

 

Also, in was für einer Welt leben wir, in der Leben nicht gleich Leben ist?

 

Es ist jetzt 27 Jahre her, dass eines der wohl bedeutensten Pferde in der Weltgeschichte starb: Halla. Unter ihrem Reiter Hans Günther Winkler siegte sie in Einzel- und Mannschaftswertung bei den olympischen Spielen in Schweden 1959. Um dieses Ereignis ranken sich nur so Mythologien. Fakt ist, dass es bemerkenswert war, wie sicher diese Stute einen olympischen Parcours – in seinen Anforderungen kaum zu übertreffen – so sensationell meisterte ohne die meiste Unterstützung von ihrem Reiter zu erhalten.

 

Als sie im Alter von 34 Jahren starb wanderte ihr Körper in eine Tierkörperbeseitigungsanlage. Eine Legende erlosch. Wäre für ein solches Pferd nicht ein Grab angemessen gewesen?

 

Nein, warum auch?! Unsere Gesellschaft erachtet Tiere und leider auch allzu oft einige Menschen als minderwertig und ihnen kommt nicht das Gleiche zuteil, wie anderen.

 

Für mich schiere Unbegreiflichkeit.

 

 

 

Man mag das, was ich bis hierher geschrieben habe und das was noch folgen wird, mit hochgezogenen Augenbrauen als die unwichtigen und gar verrückten Ausführungen einer pazifistischen Vegetarierin bezeichnen und abtun ohne diesen Zeilen weitere Beachtung zu schenken.

 

Das würde ich als engstirnig bezeichnen, denn nichts von dem, was ich schreibe ist erfunden, sondern entspricht voll und ganz der Wahrheit, die ich ja zudem auch mit Beispielen aus meinem direkten Umfeld unterstrichen habe.

 

Die Menschen verschließen im Allgemeinen ihren Blick gern vor der Realität oder sehen nur das, was sie auch sehen wollen. Und dann? Dann sind sie schockiert über jemanden, der über den Tellerrand schaut und knallhart sagt, was Sache ist.

 

Solche Leute werden sofort von der engstirnigen breiten Masse unserer Gesellschaft verpönt und ihnen wird fortan keine größere Beachtung mehr geschenkt.

 

Ist es denn nicht so, dass niemand sich Gedanken über all die Tiere macht, die von den Menschen tyrannisiert werden – auf welche Art auch immer. Hauptsache ist doch: Mir geht’s gut und mein Hund ist überzüchtet und fett und wird jeden Tag gebadet und bekocht!

 

Der Zynismus in dem vorangegangenen wird wohl all zu deutlich. Vielleicht ist er auch etwas übertrieben. Aber Fakt ist doch, dass der Mensch sich auf vielen Gebieten an den Tieren – oder auch schlicht gesagt an der gesamten Natur – vergreift und sie schädigt. Auf welche Art und Weise und in welchem Ausmaß variiert von Fall zu Fall.

 

Der Mensch sieht und bezeichnet sich als das „Alphatier“, das den anderen übergeordnet ist an Faktoren wie Intelligenz oder Stärke.

 

Natürlich übersteigen gewisse Eigenschaften der Menschen die der Tiere und nicht zuletzt dadurch trägt der Mensch die Sorgen für die Tiere.

 

Auch muss meinerseits eingestanden werden, dass die Behandlung der Tiere, speziell der Pferde, wie ich sie bisher geschildert habe, nicht Standard ist. Selbstverständlich nehmen die Mehrzahl der Tierhalter die ethischen Grundsätze sehr genau – teilweise schon zu genau – und sorgen sich artgerecht um ihr Tier.

 

Aber das der Mensch dieses Gefüge als selbstverständlich ansieht und seine Stellung als übergeordnete und sich selbst als übergeordnet ansieht kann und will ich nicht akzeptieren.

 

Denn woher nimmt sich der Mensch das Recht über Leben oder Tod eines Tieres zu entscheiden? Woher? Ist es nicht dasselbe, wie wenn er über Leben und Tod eines Menschen entscheiden würde oder, um ein Absurdum weiterzuspinnen, ein Tier, dass über Leben und Tod eines Menschen entscheiden würde?

 

Meine Meinung zu diesem Punkt ist denke ich hinlänglich bekannt, weshalb ich an dieser Stelle meine Ausführungen nicht weiterführen möchte.

 

 

 

An dieser Stelle möchte ich einen anderen Gedanken meinerseits einbringen, der sich mit dem zu vermenschlichten Umgang mit Tieren beschäftigt.

 

Auch hier nehme ich ein Beispiel aus dem Bereich Pferd:

 

Experten werden mir wohl dahingehend zustimmen, dass das Pferd eine natürliche Fettschicht auf der Haut hat, die es vor Umwelteinflüssen, wie zum Beispiel Kälte, schützen. Diese natürliche Isolierschicht wird durch das tägliche Putzen angegriffen, weshalb Pferde die in Offenstallhaltung gehalten werden nicht allzu oft gründlich geputzt werden dürfen.

 

Nehmen wir jetzt einmal an, dass jemand sein Pferd jeden Tag dementsprechend gründlich putzt, den Vierbeiner sogar mit menschlichen Produkten, wie Shampoos usw., traktiert.

 

Ist dieses Pferd noch in der Lage sich selbst vor den täglich auf es einwirkenden Einflüsse, größtenteils auch menschlicher (!) Art, zu schützen? Ich denke nein, auch wenn man hier wohl auch das Wissen eines Tierarztes in Betracht ziehen müsste.

 

 

 

Es war meine Absicht durch diesen Text Sie alle dazu zu bewegen sich über Ihr Verhältnis zu den Tieren bewusst zu werden.

 

Öffnen Sie Ihre Augen für das, was um Sie herum geschieht. Schauen Sie auf die Menschen und die Tiere in ihrer Umgebung und achten Sie auf das Verhältnis, was sie verbindet.

 

Es ist mir klar, dass das was ich geschrieben habe den ein oder anderen empören, den nächsten kalt lassen und wieder einen anderen möglicherweise dazu zustimmen lassen wird.

 

Egal auf welche Weise meine Worte aufgenommen werden, so hoffe ich doch inständig, dass sie zum Nachdenken anregen, dass sie nicht in eine Schublade gesteckt werden, sondern im Kopf eines jeden abgespeichert werden um eine gewisse Betrachtung zu erhalten.

 

Mein Ziel ist es, ganz im Sinne Henry Bestons, den ich zu Anfang zitierte, klar zu machen, dass es nicht nur die Welt der Menschen sondern auch die der Tiere gibt und wir diese gleichermaßen zu achten haben.

 

Denn: Der Mensch hat nicht das Recht über Tiere zu urteilen!

 

11.10.06 12:11
 


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