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Mein Text 3

Das Barbie-Phänomen

 

 

Wer kennt sie nicht, diese aufgedonnerten Mädels, oder auch zu meinem persönlichen Schrecken ältere Damen, die wie eine billige Kopie von Barbie erscheinen?! Es gibt sie zu Dutzenden. Doch wer hätte gedacht, dass sich dieses Phänomen auch an einem Reitstall wiederfindet?

 

 

Sollte man doch meinen, dass dort mehr der Reitsport, als das Äußerliche im Vordergrund steht, so wird man eines besseren belehrt, wenn man sich die Mehrzahl der jungen Mädchen zwischen 12 und 18, wobei dieser Altersbereich idealisiert ist und erstaunlicherweise sowohl darunter als auch darüber hinaus das Barbie-Phänomen auftritt, ansieht:

 

Top-gestylte Haare, ein Make-up vom allerfeinsten, meterlange und perfekt manikürte Fingernägel und selbst die Reitbekleidung lässt eher auf eine Modenschau, als auf eine Reitstunde schließen.

 

Erstaunlicherweise tritt dies in gehäufterer Form bei den Privatpferdereiterinnen, als bei ihren Kolleginnen im Schulbetrieb auf.

 

Für einen Normalsterblichen erscheint es geradezu obskur, wie nach einer Stunde reiten, eine Frisur nicht von der Reitkappe geplättet, das Make-up durchs Schwitzen nicht verschmiert ist, die Fingernägel aufgrund der Stallarbeit nicht in Mitleidenschaft gezogen sind und die Bekleidung nicht sowohl Dreck- als auch Schweißspuren aufweist.

 

Wie geht denn so etwas?

 

Nun ja, um vorne anzufangen:

 

Die meisten der oben erwähnten Damen tragen von vorneherein keine Reitkappe. Hauptsache ist doch, dass die Frisur sitzt! Dabei gibt es dann noch die Spezialisten, die bei einer langen Haarpracht diese auch noch offen tragen, um mit wallendem Haar Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

 

Merkwürdig ist dies meiner Meinung nach schon, denn wer sich auf den Rücken eines Pferdes setzt, muss schlicht und ergreifend in Erwähnung ziehen, diesen möglicherweise durch einen überraschenden Sturz wieder zu verlassen, zumal eine Vielzahl derer, die ich anspreche, noch nicht einmal sonderlich viel an reiterlichem Talent und Können in sich vereinigen, was an dieser Stelle allerdings zu weit führen würde und worauf ich später noch einmal eingehen werde.

 

Nehmen wir nun einmal an, eine dieser wunderschön ausstaffierten Damen (womit ich die wallende Haarmähne, die fehlende Reitkappe, ein sexy Neckholdertop, baumelnde Ohrringe und, um dem Ganzen den letzten Schliff zu geben, ein wunderschönes Halskettchen meine) sitzt auf ihrem ebenso wunderschön ausstaffierten Pferd (rosafarbene Bandagen, die farblich genau zum Outfit der Reiterin passen).

 

Nehmen wir nun weiter an, dass dieses Pferd sich aus welchem Grund auch immer erschrickt und damit sein Wunderwerk von Reiterin in Wohnungsnot bringt, die ja, wie ich oben schon erwähnt habe, nicht sonderlich viel Können mitbringt.

 

Sollte jene Dame, was angesichts der gegebenen Vorraussetzungen höchst wahrscheinlich ist, den Halt verlieren, könnten wir uns ein Schreckensscenario der ganz besonderen Art ausmalen:

 

Nicht nur, dass ihr beim Sturz das wunderhübsche Top entgleitet und sie an unliebsamen Stellen entblößt, nein, hinzu kommen, was viel schwerwiegender ist, eine eventuell mehr oder weniger schlimme Platzwunde am Kopf, da sie unglücklich gelandet ist, des weiteren ein oder auch zwei verlorene Ohren, da die weihnachtsschmuckähnlichen Ohrringe sich leider am Sattel verhakten, ebenso, ihr wunderschönes Haar, demnach sie nun im wahrsten Sinne des Wortes skalpiert ist und möglicherweise wird sie auch arge Atemprobleme kriegen, da sich das schöne Kettchen doch etwas zu eng um den Hals geschlungen hat.

 

 

Meine sehr sarkastische Ausdrucksweise an dieser Stelle mag entschuldigt werden, denn es ist geradezu eine Naivität einer Reiterin (wenn sie sich überhaupt als eine solche definieren darf, worauf ich im weiteren Verlauf noch eingehen werde) sich in einem solchen Aufzug auf ein Pferd zu setzen. Das, was ich so voller Ironie dargestellt habe, ist nicht erstunken und erlogen, sondern schlichte Realität und es kann jederzeit und jedem passieren und ist auch schon passiert.

 

Jedoch stellt sich mir die Frage, warum daraus niemand lernt?!

 

Ich denke, dass hier, so wie ich es im vorangegangenen Kapitel schon einmal bezeichnet habe, wieder die Ignoranz der Leute eine große und entscheidende Rolle spielt: es betrifft nicht mich, also interessiert es mich auch nicht!!!

 

Aber dann, wenn es einen selber betrifft, dann wird die Schuld zumeist nicht bei einem selber gesucht – wo sie aufgrund des bewusst aufgenommenen Risikos augenscheinlich liegt – sondern dem Pferd zugeschoben.

 

Denn wie konnte es dieser Vierbeiner nur wagen den Reiter abzusetzen!

 

 

Merkwürdig, oder? Also ist das Pferd schuld, wenn ich mich Weihnachtsbaumgleich auf den Rücken eines Pferdes, eines Fluchtieres, setze und ohne jegliche Sicherheitsvorkehrungen einen SPORT (man mag es sich noch einmal vor Augen führen, dass der Reitsport nichts mit einer Modenschau zu tun hat!!!) betreibe und mich dabei verletze, obwohl mir eigentlich bewusst sein sollte, dass die Arbeit mit einem Lebewesen seine Risiken birgt.

 

Ich nenne dies die schiere Unverantwortlichkeit mit der sich jeder als „Reiter“ schimpft und jeder auch Pferdehalter sein kann.

 

27.4.07 11:15
 


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