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Anmerkung

Die Beiträge ordnen sich von unten nach oben an....

Etwas verwirrend, ich weiß ;-)

Am besten achtet ihr auf die Titel (Mein Text 1,Mein Text 2 usw.).

Viel Spaß beim lesen und ich hoffe auf Beiträge eurer seits, sei es durch das Gästebuch oder Emails.....

27.4.07 11:19


Mein Text 4

Wann kann man von einem „Reiter“ sprechen?

 

 

Wie ich auch im Vorangegangenen schon mehrfach bemerkt habe, ist die Definition des Reiterbegriffes sehr diffizil.

 

Denn: Jeder, der sich auf den Rücken eines Pferdes setzt, nennt sich mittlerweile Reiter.

 

Eine wohl zutreffender Definition wäre: Ein Reiter ist jemand, der in Einklang mit dem Pferd auf harmonische Weise arbeitet und dabei in vollem Wissen über dessen Bedürfnisse, Eigenarten und die allgemein geltenden Bestimmungen im Umgang mit den Vierbeinern (nachzulesen in guter Fachliteratur) ist.

 

 

Hört sich nett an, doch so sieht die Realität keineswegs aus. Die wenigsten kennen die Eigenarten des Pferdes und was dem Pferd zuteil werden sollte und muss. Denn die meisten scheinen die Weisheit mit dem Löffel aufgenommen zu haben und machen sich nicht die Mühe sich weiteres Wissen anzueignen oder einem wirklich guten Ratschlag eines Fachmannes Folge zu leisten.

 

Jeder gibt zum Thema Pferd seinen Senf dazu und dabei herum kommt ein heilloses Durcheinander und ein Vierbeiner, der dafür gar nichts kann und unter den Folgen leiden muss.

 

Das oben beschriebene Phänomen „Barbie“ ist nur eine Begleiterscheinung des Volkssports Reiten, der mehr und mehr seine Kreise in die Gesellschaft findet und Hans und Franz animiert sich auf den Pferderücken zu schwingen und, was wohl noch schlimmer ist, sich ein eigenes Pferd zu kaufen.

 

Weiterhin gibt es diejenigen, die ihr Pferd als einem Menschen ähnlich ansehen: So wird dem Tier nicht nur allmögliches eingeflösst, es wird nicht nur verhätschelt und dementsprechend artungerecht gehalten, es gibt die stark aufkeimende Mehrheit derjenigen, die meinen ein Pferd körperlich schmücken zu müssen. Damit sind an dieser Stelle ausgefallene, in das Fell eingeschorene Muster gemeint, die zudem mit Farbe verziert werden.

 

 

Warum? Warum muss ein Pferd farblich geschmückt sein? Warum haben Menschen das Bedürfnis das, was von der Natur aus gegeben und geschaffen wurde zu verändern. Dies bezieht sich bei weitem nicht nur auf die Pferde, sondern auch auf uns selbst und auf unser Verhältnis zur Natur.

 

 

Solche Menschen, die offensichtlich die natürlichen Gegebenheiten des Pferdes missachten, sollten meiner Meinung und der oben angebrachten Definition nicht als „Reiter“ bezeichnet werden.

 

Mit dem Moment, da wir ein Pferd in unseren besitz aufnehmen, ist es unsere Pflicht uns um es zu sorgen.

 

Ich benutze diesbezüglich gern die Metapher eines kleinen Kindes. Denn nichts anderes ist letztendlich ein in unsere Obhut gegebenes Tier: Es ist auf uns angewiesen, darauf dass wir uns um es sorgen.

 

Allerdings ist das Pferd nur leider allzu oft „Gegenstand“ als Lebewesen und allzu oft vergessen diejenigen, die sich als ihre Besitzer und Reiter ausgeben, was es braucht und was es keinesfalls haben darf.

 

Wie ich bereits im ersten Kapitel angesprochen habe, muss sich der Mensch mit den Eigenarten und Bedürfnissen des Pferdes auskennen, sonst kann er sich gar nicht artgerecht ihm gegenüber verhalten.

 

Jedoch meinen viele, die sich aus finanziellen gründen ein Pferd leisten können alle anderen gebiete vernachlässigen zu können. Auch hier führe ich ein Beispiel an: Ein Mädchen, mitten in der Pubertät und dem Phänomen „Barbie“ zugehörig, bekommt ein junges Pferd von den Eltern gekauft, dass in der Abstammung, wie auch im Preis Top ist.

 

Von reiterlichem Talent keine Spur. Nun ist dieses Mädchen inklusive der Eltern, die ja sehr stolz auf das Töchterchen und das Prestigemerkmal des teuren Pferdes sind, allerdings anderer Meinung.

 

Sie wird sich also tagtäglich mit dieser Überzeugung auf den Rücken dieses jungen Pferdes schwingen, es mit Schlaufzüglen traktieren (siehe dazu „Rollkur“ im ersten Kapitel) und sich in regelmäßigen Abständen in den Privatreitstunden erzählen lassen, wie toll sie doch reiten könnte und wie bald Turniererfolge höchsten Maßes eintreten würden.

 

Also wird sie so weiter machen wie bisher – denn: keiner sagt ihr, dass das was sie tut falsch ist und letzten Endes dem jungen, unerfahrenem Pferd schadet.

 

Die Frage, warum niemand etwas sagt ergibt sich daraus, dass viele es ebenfalls nicht besser wissen, der Reitlehrer die Dollarzeichen vor Augen hat und diejenigen, die etwas sagen, nicht einmal erhört werden oder deren Einwände mit Arroganz abgetan werden.

 

Die Folge aus dieser Reaktionskette ist ein unreitbares Pferd in noch zartem Alter, das dann abgeschoben wird und – schwupp di wupp – hat das Mädel von Papa ein neues und natürlich besseres bekommen, denn das Pferd war ja für die Kleine nicht reitbar.

 

Ich muss an dieser Stelle eingestehen, dass es mich geradezu mit Zorn erfüllt, was ich im vorangegangen geradezu mit Ironie beschrieben habe:

 

Es grenzt geradezu an Tierquälerei, wenn man nur weil man das entsprechende Kleingeld hat, sich ein Pferd nach dem anderen kaufen kann, um es zu verhunzen.

 

 

Junge Pferde und deren Ausbildung bedürfen eines großen Maßes an Erfahrung, geduld, Wissen und Zeit. Zeit, Zeit, Zeit !!!!

 

Leider sind viele der so genannten „Ausbildungsställe“ mehr oder minder nur auf Profit aus. So wird das junge Pferd im zarten Alter von drei Jahren brachial an den Reiter „gewöhnt“.

 

Zumeist mit Gewaltanwendung und ohne jegliche geduld wird der Vierbeiner zu Gehorsam gezwungen.

 

Der Erfolg tritt nach mehr oder weniger starkem widersetzen ein – aber nur für kurze zeit.

 

Denn: Wird ein Pferd, was gerade erst drei tage unter dem Sattel, an den es gewiss nicht mit Ruhe und geduld gewöhnt wurde, geht, mit Schlaufzügeln zusammengezurt, verlässt man bereits hier den natürlichen Pfad der Ausbildung. Diese Pferde werden niemals zu ausgeglichenen, konstanten und reitbaren Partnern im Sport werden.

 

Wenn sie teuer verkauft wurden, denn von außen sehen sie gut ausgebildet aus, so werden die neuen Besitzer bald ihrer überdrüssig sein, denn die Quittung für die unstandesgemäße Ausbildung folgt. Vielleicht nicht allzu bald, aber sie wird folgen und dann wird der Vierbeiner, wie ich es in meinem Beispiel oben schon beschrieben habe, einfach abgeschoben und der nächste rückt an seine Stelle, der die gleiche Ausbildung hinter sich hat und der Teufelskreis geht von vorne los.

 

Die wenigen Ställe, die sich die korrekte, der Reitlehre folgende Ausbildung junger Pferde auf die Fahne geschrieben haben, gehen in diesem drauf und drunter regelrecht unter. Sie haben gar keine Chance gehen diese regelrechte Fließbandproduktion der Pferde anzukommen, wenn sie nach der „Skala der Ausbildung“ vorgehen.

 

Die „Skala der Ausbildung“ meint eine stufenartige Ausbildung des jungen Pferdes angefangen bei Takt, darauf folgend Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, gerade richten und als letzten Punkt Versammlung. Diese Skala führt, wenn sie in der Reihenfolge und korrekt und vor allem in angemessener Lehrzeit für das junge Pferd angewandt wird, zur Durchlässigkeit, welche das höchste Ziel der Reiterei sein sollte.

 

Zu meiner Überraschung habe ich gesehen und gehört, dass einige die Skala, die sie in Wirklichkeit nicht einmal kennen, gleichsam von hinten angehen: So wird das Pferd, gemäß der Rollkur, zusammengezogen, sodass man mit viel Fantasie von einer „Versammlung“ sprechen kann, dabei hat der Vierbeiner noch nicht einmal ein Taktgefühl.

 

Und allen ernstes behaupten diejenigen, die das tun, dass das auch so gemacht werden müsse, weil das Pferd sonst nicht anders ginge und es sei auch gewohnt.

 

Meiner Überzeugung nach kann es kein Pferd geben, dass sich an schmerzen gewöhnt.

 

Die schiere Unwissenheit der Menschen spiegelt sich auch darin wieder, dass sie ein Pferd für „lahm“ halten, wenn es zusammengeschnürt, taktlos läuft. Aber wie soll es auch losgelassen und locker im takt laufen, wenn der Mensch auf seinem Rücken ihm nicht einmal die Chance dazu gibt?!

 

 

Ich habe bisher vornehmlich die schlechte Seite der Reiterschaft aufgeführt, möchte aber an dieser Stelle darauf verweisen, dass es glücklicherweise noch sehr viele gibt, die sich ihrer Verantwortung im Umgang mit dem Lebewesen Pferd bewusst sind und meinen Kritikpunkten in keiner Weise zugeordnet werden können.

 

Auf der anderen Seite nimmt die Zahl derer, die meinen Ausführungen entsprechen, erschreckend zu. Ich kann dies aus eigener Erfahrung bestätigen, allerdings auch die andere Seite stützen.

 

Für mich ergibt sich allerdings die Problematik einen Lösungsansatz zu finden. Denn es ist nicht möglich die Pferde vor solchen Menschen zu bewahren und auch keine denjenigen die Augen zu öffnen, die die Möglichkeit hätten in einem gewissen Umfang Einfluss darauf zu nehmen.

 

Ich hoffe allerdings hierdurch die Augen ein Stück weit empfänglicher für diese Problematik, die sich in weiten kreisen durch deutsche Reitställe schlägt, gemacht zu haben.

 

Nicht einer kann den Pferden helfen, nur alle können es und nur dann, wenn sie sich nicht von subjektiven Bedürfnissen leiten lassen, sondern dann, wenn sie es in Zusammenarbeit mit anderen für die Pferde tun.

 

27.4.07 11:17


Mein Text 3

Das Barbie-Phänomen

 

 

Wer kennt sie nicht, diese aufgedonnerten Mädels, oder auch zu meinem persönlichen Schrecken ältere Damen, die wie eine billige Kopie von Barbie erscheinen?! Es gibt sie zu Dutzenden. Doch wer hätte gedacht, dass sich dieses Phänomen auch an einem Reitstall wiederfindet?

 

 

Sollte man doch meinen, dass dort mehr der Reitsport, als das Äußerliche im Vordergrund steht, so wird man eines besseren belehrt, wenn man sich die Mehrzahl der jungen Mädchen zwischen 12 und 18, wobei dieser Altersbereich idealisiert ist und erstaunlicherweise sowohl darunter als auch darüber hinaus das Barbie-Phänomen auftritt, ansieht:

 

Top-gestylte Haare, ein Make-up vom allerfeinsten, meterlange und perfekt manikürte Fingernägel und selbst die Reitbekleidung lässt eher auf eine Modenschau, als auf eine Reitstunde schließen.

 

Erstaunlicherweise tritt dies in gehäufterer Form bei den Privatpferdereiterinnen, als bei ihren Kolleginnen im Schulbetrieb auf.

 

Für einen Normalsterblichen erscheint es geradezu obskur, wie nach einer Stunde reiten, eine Frisur nicht von der Reitkappe geplättet, das Make-up durchs Schwitzen nicht verschmiert ist, die Fingernägel aufgrund der Stallarbeit nicht in Mitleidenschaft gezogen sind und die Bekleidung nicht sowohl Dreck- als auch Schweißspuren aufweist.

 

Wie geht denn so etwas?

 

Nun ja, um vorne anzufangen:

 

Die meisten der oben erwähnten Damen tragen von vorneherein keine Reitkappe. Hauptsache ist doch, dass die Frisur sitzt! Dabei gibt es dann noch die Spezialisten, die bei einer langen Haarpracht diese auch noch offen tragen, um mit wallendem Haar Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

 

Merkwürdig ist dies meiner Meinung nach schon, denn wer sich auf den Rücken eines Pferdes setzt, muss schlicht und ergreifend in Erwähnung ziehen, diesen möglicherweise durch einen überraschenden Sturz wieder zu verlassen, zumal eine Vielzahl derer, die ich anspreche, noch nicht einmal sonderlich viel an reiterlichem Talent und Können in sich vereinigen, was an dieser Stelle allerdings zu weit führen würde und worauf ich später noch einmal eingehen werde.

 

Nehmen wir nun einmal an, eine dieser wunderschön ausstaffierten Damen (womit ich die wallende Haarmähne, die fehlende Reitkappe, ein sexy Neckholdertop, baumelnde Ohrringe und, um dem Ganzen den letzten Schliff zu geben, ein wunderschönes Halskettchen meine) sitzt auf ihrem ebenso wunderschön ausstaffierten Pferd (rosafarbene Bandagen, die farblich genau zum Outfit der Reiterin passen).

 

Nehmen wir nun weiter an, dass dieses Pferd sich aus welchem Grund auch immer erschrickt und damit sein Wunderwerk von Reiterin in Wohnungsnot bringt, die ja, wie ich oben schon erwähnt habe, nicht sonderlich viel Können mitbringt.

 

Sollte jene Dame, was angesichts der gegebenen Vorraussetzungen höchst wahrscheinlich ist, den Halt verlieren, könnten wir uns ein Schreckensscenario der ganz besonderen Art ausmalen:

 

Nicht nur, dass ihr beim Sturz das wunderhübsche Top entgleitet und sie an unliebsamen Stellen entblößt, nein, hinzu kommen, was viel schwerwiegender ist, eine eventuell mehr oder weniger schlimme Platzwunde am Kopf, da sie unglücklich gelandet ist, des weiteren ein oder auch zwei verlorene Ohren, da die weihnachtsschmuckähnlichen Ohrringe sich leider am Sattel verhakten, ebenso, ihr wunderschönes Haar, demnach sie nun im wahrsten Sinne des Wortes skalpiert ist und möglicherweise wird sie auch arge Atemprobleme kriegen, da sich das schöne Kettchen doch etwas zu eng um den Hals geschlungen hat.

 

 

Meine sehr sarkastische Ausdrucksweise an dieser Stelle mag entschuldigt werden, denn es ist geradezu eine Naivität einer Reiterin (wenn sie sich überhaupt als eine solche definieren darf, worauf ich im weiteren Verlauf noch eingehen werde) sich in einem solchen Aufzug auf ein Pferd zu setzen. Das, was ich so voller Ironie dargestellt habe, ist nicht erstunken und erlogen, sondern schlichte Realität und es kann jederzeit und jedem passieren und ist auch schon passiert.

 

Jedoch stellt sich mir die Frage, warum daraus niemand lernt?!

 

Ich denke, dass hier, so wie ich es im vorangegangenen Kapitel schon einmal bezeichnet habe, wieder die Ignoranz der Leute eine große und entscheidende Rolle spielt: es betrifft nicht mich, also interessiert es mich auch nicht!!!

 

Aber dann, wenn es einen selber betrifft, dann wird die Schuld zumeist nicht bei einem selber gesucht – wo sie aufgrund des bewusst aufgenommenen Risikos augenscheinlich liegt – sondern dem Pferd zugeschoben.

 

Denn wie konnte es dieser Vierbeiner nur wagen den Reiter abzusetzen!

 

 

Merkwürdig, oder? Also ist das Pferd schuld, wenn ich mich Weihnachtsbaumgleich auf den Rücken eines Pferdes, eines Fluchtieres, setze und ohne jegliche Sicherheitsvorkehrungen einen SPORT (man mag es sich noch einmal vor Augen führen, dass der Reitsport nichts mit einer Modenschau zu tun hat!!!) betreibe und mich dabei verletze, obwohl mir eigentlich bewusst sein sollte, dass die Arbeit mit einem Lebewesen seine Risiken birgt.

 

Ich nenne dies die schiere Unverantwortlichkeit mit der sich jeder als „Reiter“ schimpft und jeder auch Pferdehalter sein kann.

 

27.4.07 11:15


Mein Text 1

Hier nun, wie schon angekündigt, mein selbstverfasster Text... Viel Spaß beim Lesen....

 

 

Der Mensch hat nicht das Recht, über Tiere zu urteilen. Sie stammen aus einer anderen Welt, die älter und vollständiger war als unsere jetzt, ihre Erscheinung ist besser und vollständiger, sie haben Eigenschaften, die wir verloren oder nie erreicht haben..........Sie sind keine Untertanen: sie gehören einer anderen Nation an – und sind nur durch Zufall mit uns zugleich ins Netz der Zeit gefallen, die wir Glanz und Plage zugleich für die Erde sind“     Henry Beston
 
 Dieses Zitat Bestons hat mich nachdenklich gestimmt und mich vielleicht auch letztendlich dazu bewegt, diesen Text zu schreiben.
Einen Text, der sich mit Pferden beschäftigt, die uns, auch wenn die Industrialisierung ihnen weitgehend ihre ursprünglichen Arbeitsplätze genommen hat, was sicherlich nicht als negativ zu bewerten ist, auch heute noch begleiten.
Sie sind keine Rarität in unserer Gesellschaft, sondern ein fester Bestandteil selbiger und sie sollten auch als ein solcher angesehen und geachtet werden.
Doch wie soll so etwas aussehen? Soll jeder Mensch, der mit Pferden zu tun hat für sich entscheiden, was für ein Verhalten gegenüber einem Pferd angebracht ist, oder nicht?
Es wird sich wohl jeder im Klaren darüber sein, dass so etwas nicht funktionieren könnte.
Aber tun wir nicht grade das? Es soll sich mal jeder, der Umgang mit Pferden hat überlegen, wie er auf Kritik reagiert: Empörung! Schlichte Empörung darüber, dass jemand es wagt, seine Qualifikation auf diesem Gebiet anzuzweifeln.
So schrieb es schon die Buersche Zeitung in einem Artikel zu den in der Pferdezeitschrift „St. Georg“ dargebrachten Vorwürfen in Beziehung auf die falsche Reitweise von Pferden bezüglich der so genannten „Rollkur“.
Tatsache ist, dass sich so gut wie niemand etwas sagen lässt, sondern für sich das absolute Wissen um die Pferde und den Reitsport beansprucht.
Das so etwas zu einer gewissen Problematik führt, ist wohl nicht abzustreiten:
Man überlege sich an einem Reitstall mit über 50 Einstallern, wo jeder meint immer das Richtige in Bezug auf sein Pferd zu tun, eine angemessene Kritik zu äußern.
Wenn man denn schon mal erhört werden würde, so würde man sich zugleich Feinde machen, denn das Motto lautet:
Was ich tue, ist richtig und gut für mein Pferd!
Wie sollte man es sich denn sonst erklären, wenn ein Mädchen um die vierzehn auf einem bis zur hohen Dressur korrekt (!) ausgebildetem Pferd seine Runden dreht und in dem festen Glauben, trotz fehlenden Könnens, ist, die zweite Ulla Salzgeber zu sein?!
Man könnte diesen Aspekt noch weiterführen und ihn auf Erwachsene ausdehnen, die ein Pferd auf Schlaufzügeln zusammenziehen und im selben Zustand springen. Der Schlaufzügel, ursprünglich als ein Hilfsmittel eingebracht, fördert die oben angeführte „Rollkur“, einen für das Pferd schmerzlichen Prozess, bei dem die Halswirbel unnatürlich überdehnt und die Nase des Pferdes auf dessen Brust gezogen wird.
Mit einem zu diesem Zustand gebrachtem Pferd zu springen ist schlicht gesagt Wahnsinn, denn das Pferd ist nicht in der Lage sich über dem Sprung zu strecken und sich mit dem Hals auszubalancieren.
Eine Reaktion darauf, bestehend aus konstruktiver Kritik, ruhig und freundlich dargebracht, wird sanktioniert und zwar mit der Wut des Reiters und zumeist seiner „Freunde“, die sich natürlich bedingungslos hinter eine solche Person stellen – schließlich reiten sie ebenso und denken sich nichts weiter dabei.
Denn: Das Pferd sagt ja nichts!
Natürlich sagt das Pferd nicht ausdrücklich, dass ihm solche Prozeduren unendlich weh tun. Aber es wird sich zu Beginn (und in einigen Fällen auch darüber hinaus) gegen einen wie oben beschriebenen Fall wehren. Die Reaktion von Seiten des Reiters folgt in Form von Sporengestocher und Schlägen mit der Gerte, rucken am Zügel und primitivem Gebrüll.
Warum sagt nun kaum einer was? Weil es nichts bringt. Warum aber greift der Reitlehrer oder eine Person bei der reiterliches Wissen anerkannt ist nicht ein?
Geld. Das gute alte Geld, was die Menschen geradezu magisch verzaubert und ihnen Dinge entlockt oder eben nicht, wie es vom Geldgeber beabsichtigt ist.
So wird ein Reitlehrer, der sich im Bewusstsein seines Gehaltes ist, wohl weniger mit angebrachter Kritik zu solch reiterlichem Verhalten äußern und weiterhin, wie oben in einem speziellem Fall beschrieben, die Worte in den Mund nehmen, die gefallen und einem Menschen ohne Wissen um Pferde und ohne reiterliches Talent, eine aussichtsreiche Zukunft im Sattel projizieren.
Finden Sie das nicht auch fraglich? Ich schon!
Der Fairness halber muss man an dieser Stelle sagen, dass zumeist die Reitlehrer, die im Schulunterricht ihr Wissen, oder auch Nichtwissen, zu vermitteln versuchen, dem oben genannten Schema wohl weniger Verfallen. Dies aus sehr logischen Gründen.
Wobei ich am nächsten Punkt angelangt wäre: Schulunterricht!
Prinzipiell halte ich den Unterricht für Einsteiger oder auch Fortgeschrittene auf Schulpferden für sinnvoll. Zumal man bedenken muss, dass die dort reitenden Anfänger nicht sofort ihr eigens Pferd haben, das ihrem Unwissen zum Opfer fallen würde.
Allerdings scheint vielen Reitstallbesitzern nicht klar zu sein, dass auch Schulpferde Pferde sind. Gemäß dem vierten Punkt der von der FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung) erarbeiteten ethischen Grundsätze heißt es nämlich: Der Mensch hat jedes Pferd gleich zu achten, unabhängig von dessen Rasse, Alter und Geschlecht sowie Einsatz in Zucht, Freizeit oder Sport.
Schaut man nun in einzelne Schulställe, Ausnahmen sind sicherlich gegeben, fällt auf, dass dieser bezeichneten Gleichheit aller Pferde nicht Folge geleistet wird:
Schulpferde stehen zumeist in zu kleinen Boxen, erhalten nicht das für ihre geleistete Arbeit ausreichende Futter, sind oft nicht ausreichend tierärztlich versorgt, laufen zu oft in Schulstunden, haben ein unzureichendes oder nicht ordnungsgemäßes Equipment und werden, wenn sie ihre Pflicht (darf man das eigentlich so nennen?) getan haben einfach entsorgt.

Dies trifft selbstverständlich nicht auf alle Schulpferde und nicht nur auf Schulpferde zu. Auch das Privatpferd wird nur allzu oft als ein Gegenstand, als eine Sache und nicht als ein Lebewesen angesehen.

11.10.06 12:16


Mein Text 2

 

 

Und sagt oder gar tut nun jemand etwas dagegen? Nein, weil, wie oben schon mal gesagt, „Es bringt ja nichts!“.

 

Die Äußerung: „Es ist nicht mein Pferd, also was soll ich da schon machen!“ ist meiner Meinung nach unzulässig!

 

Würde es um einen Menschen gehen, der hart schuften muss, gequält wird und zu wenig zu essen bekommt, wäre die Hölle los. Aber sobald es um ein Tier geht, fällt bei den meisten Menschen der Vorhang der Gleichgültigkeit.

 

 

 

Also, in was für einer Welt leben wir, in der Leben nicht gleich Leben ist?

 

Es ist jetzt 27 Jahre her, dass eines der wohl bedeutensten Pferde in der Weltgeschichte starb: Halla. Unter ihrem Reiter Hans Günther Winkler siegte sie in Einzel- und Mannschaftswertung bei den olympischen Spielen in Schweden 1959. Um dieses Ereignis ranken sich nur so Mythologien. Fakt ist, dass es bemerkenswert war, wie sicher diese Stute einen olympischen Parcours – in seinen Anforderungen kaum zu übertreffen – so sensationell meisterte ohne die meiste Unterstützung von ihrem Reiter zu erhalten.

 

Als sie im Alter von 34 Jahren starb wanderte ihr Körper in eine Tierkörperbeseitigungsanlage. Eine Legende erlosch. Wäre für ein solches Pferd nicht ein Grab angemessen gewesen?

 

Nein, warum auch?! Unsere Gesellschaft erachtet Tiere und leider auch allzu oft einige Menschen als minderwertig und ihnen kommt nicht das Gleiche zuteil, wie anderen.

 

Für mich schiere Unbegreiflichkeit.

 

 

 

Man mag das, was ich bis hierher geschrieben habe und das was noch folgen wird, mit hochgezogenen Augenbrauen als die unwichtigen und gar verrückten Ausführungen einer pazifistischen Vegetarierin bezeichnen und abtun ohne diesen Zeilen weitere Beachtung zu schenken.

 

Das würde ich als engstirnig bezeichnen, denn nichts von dem, was ich schreibe ist erfunden, sondern entspricht voll und ganz der Wahrheit, die ich ja zudem auch mit Beispielen aus meinem direkten Umfeld unterstrichen habe.

 

Die Menschen verschließen im Allgemeinen ihren Blick gern vor der Realität oder sehen nur das, was sie auch sehen wollen. Und dann? Dann sind sie schockiert über jemanden, der über den Tellerrand schaut und knallhart sagt, was Sache ist.

 

Solche Leute werden sofort von der engstirnigen breiten Masse unserer Gesellschaft verpönt und ihnen wird fortan keine größere Beachtung mehr geschenkt.

 

Ist es denn nicht so, dass niemand sich Gedanken über all die Tiere macht, die von den Menschen tyrannisiert werden – auf welche Art auch immer. Hauptsache ist doch: Mir geht’s gut und mein Hund ist überzüchtet und fett und wird jeden Tag gebadet und bekocht!

 

Der Zynismus in dem vorangegangenen wird wohl all zu deutlich. Vielleicht ist er auch etwas übertrieben. Aber Fakt ist doch, dass der Mensch sich auf vielen Gebieten an den Tieren – oder auch schlicht gesagt an der gesamten Natur – vergreift und sie schädigt. Auf welche Art und Weise und in welchem Ausmaß variiert von Fall zu Fall.

 

Der Mensch sieht und bezeichnet sich als das „Alphatier“, das den anderen übergeordnet ist an Faktoren wie Intelligenz oder Stärke.

 

Natürlich übersteigen gewisse Eigenschaften der Menschen die der Tiere und nicht zuletzt dadurch trägt der Mensch die Sorgen für die Tiere.

 

Auch muss meinerseits eingestanden werden, dass die Behandlung der Tiere, speziell der Pferde, wie ich sie bisher geschildert habe, nicht Standard ist. Selbstverständlich nehmen die Mehrzahl der Tierhalter die ethischen Grundsätze sehr genau – teilweise schon zu genau – und sorgen sich artgerecht um ihr Tier.

 

Aber das der Mensch dieses Gefüge als selbstverständlich ansieht und seine Stellung als übergeordnete und sich selbst als übergeordnet ansieht kann und will ich nicht akzeptieren.

 

Denn woher nimmt sich der Mensch das Recht über Leben oder Tod eines Tieres zu entscheiden? Woher? Ist es nicht dasselbe, wie wenn er über Leben und Tod eines Menschen entscheiden würde oder, um ein Absurdum weiterzuspinnen, ein Tier, dass über Leben und Tod eines Menschen entscheiden würde?

 

Meine Meinung zu diesem Punkt ist denke ich hinlänglich bekannt, weshalb ich an dieser Stelle meine Ausführungen nicht weiterführen möchte.

 

 

 

An dieser Stelle möchte ich einen anderen Gedanken meinerseits einbringen, der sich mit dem zu vermenschlichten Umgang mit Tieren beschäftigt.

 

Auch hier nehme ich ein Beispiel aus dem Bereich Pferd:

 

Experten werden mir wohl dahingehend zustimmen, dass das Pferd eine natürliche Fettschicht auf der Haut hat, die es vor Umwelteinflüssen, wie zum Beispiel Kälte, schützen. Diese natürliche Isolierschicht wird durch das tägliche Putzen angegriffen, weshalb Pferde die in Offenstallhaltung gehalten werden nicht allzu oft gründlich geputzt werden dürfen.

 

Nehmen wir jetzt einmal an, dass jemand sein Pferd jeden Tag dementsprechend gründlich putzt, den Vierbeiner sogar mit menschlichen Produkten, wie Shampoos usw., traktiert.

 

Ist dieses Pferd noch in der Lage sich selbst vor den täglich auf es einwirkenden Einflüsse, größtenteils auch menschlicher (!) Art, zu schützen? Ich denke nein, auch wenn man hier wohl auch das Wissen eines Tierarztes in Betracht ziehen müsste.

 

 

 

Es war meine Absicht durch diesen Text Sie alle dazu zu bewegen sich über Ihr Verhältnis zu den Tieren bewusst zu werden.

 

Öffnen Sie Ihre Augen für das, was um Sie herum geschieht. Schauen Sie auf die Menschen und die Tiere in ihrer Umgebung und achten Sie auf das Verhältnis, was sie verbindet.

 

Es ist mir klar, dass das was ich geschrieben habe den ein oder anderen empören, den nächsten kalt lassen und wieder einen anderen möglicherweise dazu zustimmen lassen wird.

 

Egal auf welche Weise meine Worte aufgenommen werden, so hoffe ich doch inständig, dass sie zum Nachdenken anregen, dass sie nicht in eine Schublade gesteckt werden, sondern im Kopf eines jeden abgespeichert werden um eine gewisse Betrachtung zu erhalten.

 

Mein Ziel ist es, ganz im Sinne Henry Bestons, den ich zu Anfang zitierte, klar zu machen, dass es nicht nur die Welt der Menschen sondern auch die der Tiere gibt und wir diese gleichermaßen zu achten haben.

 

Denn: Der Mensch hat nicht das Recht über Tiere zu urteilen!

 

11.10.06 12:11


Mein erster Eintrag

Hallo alle zusammen !

Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals ein Weblog schreiben würde, aber aus konkretem Anlass hab ich mich doch dazu entschlossen:

Ich habe einen Text geschrieben, den ich auch hier noch vorstellen werde, den ich eigentlich in einer Pferdefachzeitschrift veröffentlicht hätte. jedoch ist das leider nicht möglich. Ich möchte aber trotzdem, dass meine Gedanken publik werden und mache dies nun im Rahmen eines Weblogs, indem ich in regelmäßigen Abständen immer mal wieder was aus meinem Umfeld berichte. Meistens etwas, dass sich auf Tiere und speziell Pferde bezieht.

Ich würde mich über die resonanz von jedem einzelnen zu dem von mir geschriebenen freuen und bin auch für Kritik offen.

Ich bin auch bereit Texte von euch zum Thema Tiere hier zu veröffentlichen.

Viel Spaß beim Lesen.

Liebe Grüße

Anti

11.10.06 11:07





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